Im Allgemeinen haben Studierende verschieden Möglichkeiten, sich in der Krankenversicherung zu versichern. Im besten Fall natürlich über die Familienversicherung der Eltern, da diese für den Studierende kostenlos ist. Darüber hinaus kann auch die gesetzliche studentische Krankenversicherung (KVdS) gewählt werden, der freiwillige Beitritt in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder die private Krankenversicherung der Studierenden. Ist die Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich, weil der Studierende das 25. Lebensjahr oder die Einkommensgrenze (in 2019: 445 Euro; bei Mini-Job 450 Euro) überschritten hat, so ist die Krankenversicherung für Studenten in der GKV die günstigste Alternative. 

In der KVdS kann sich versichern, wer:

  • das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
  • das 14. Fachsemester noch nicht überschritten hat.
  • sich nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung befreit hat.
  • an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule immatrikuliert ist.

Achtung: Wer berufsbegleitend oder dual mit durchgehendem Arbeitsentgelt studiert, für den besteht eine Krankenversicherungspflicht wie bei Auszubildenden.

Wann beginnt die KVdS?
Als Studierende sind Sie mit Beginn des ersten Semesters, frühestens mit dem Tag der Einschreibung oder Rückmeldung an der Hochschule, in der KVdS pflichtversichert. Ihre Versicherung endet einen Monat nach Ablauf des Semesters, für das Sie sich zuletzt eingeschrieben haben. Nach Ablauf der KVdS beraten wir Sie auch gern zu den Möglichkeiten einer freiwilligen Krankenversicherung.

Wie hoch sind die Beiträge?
Der Beitragsatz zur Krankenversicherung der Studierenden beträgt einheitlich 10,22 Prozent. Hinzu kommt der Zusatzbeitragssatz der atlas BKK ahlmann von 1,2 Prozent. Als beitragspflichtige Einnahme gilt ein Dreißigstel des Betrages, der als monatlicher Bedarf nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz  (BAföG) für Studierende festgesetz ist, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Ab dem Wintersemester 2019 beträgt die Bemessungsgrundlage 744 Euro monatlich. Der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung beträgt einheitlich 3,05 Prozent. Kinderlose Studenten zahlen ab dem 23. Lebensjahr zusätzlich 0,25 Prozent, sodass sich der Pflegeversicherungsbeitrag insgesamt auf 3,3 Prozent erhöht.

Die monatlichen Beiträge für Studierende betragen ab 2019:

  • zur Krankenversicherung (inklusive Zusatzbeitrag) 84,97 Euro
  • zur Pflegeversicherung 22,69 Euro
  • mit Beitragszuschlag für Kinderlose 24,55 Euro
  • Gesamtbeitrag 107,66 Euro
  • Gesamtbetrag (Kinderlose ab 23 Jahren) 109,52 Euro.

Unser Tipp: Informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen BaföG-Amt nach einem Zuschuss zu diesen Beiträgen. Denn Studierende, die nicht mehr in der Familienversicherung versichert sind und eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten, erhalten, sofern alle anderen Voraussetzungen für den BAföG-Anspruch erfüllt werden, zusätzlich einen Zuschuss zu den Beiträgen in folgender Höhe:

  • zur Krankenversicherung 84 Euro
  • zur Pflegeversicherung 25 Euro

Achtung: Der Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung der Studierenden muss grundsätzlich immer für das gesamte Semester im Voraus gezahlt werden. Wir ziehen Ihre Beiträge gerne monatlich ein, wenn Sie uns ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen. 

Die KVdS kann sich verlängern bei:

  • Krankheit (mindestens drei Monate andauernd)
  • Behinderung (Verlängerung um maximal sieben Semester)
  • Kindesgeburt mit anschließender Betreuung (Verlängerung um maximal sechs Semester)
  • Pflege von behinderten Familienmitgliedern
  • Zugangsberechtigung auf Zweitem Bildungsweg
  • Tätigkeit in Hochschulgremien
  • gesetzlicher Wehr- und Zivildienst (Verlängerung der Altersgrenze um Dienstzeit)
  • FSJ, FÖJ und Dienst als Entwicklungshelfer (Verlängerung der Altersgrenze um Dienstzeit)

Hierzu berät Sie die atlas BKK ahlmann auch gern persönlich. 

Jobben neben dem Studium – das sollten Sie beachten:
Das Jobben neben dem Studium gehört für immer mehr Studierende zum Alltag. Wir geben Ihnen an dieser Stelle eine kurze Übersicht, ob Sie gegebenenfalls Beiträge zahlen müssen.

  • Geringfügig entlohnte Beschäftigung (Minijob): Wenn Ihr Entgelt nicht mehr als 450 Euro im Monat beträgt – unabhängig von der Anzahl Ihrer Arbeitsstunden – bleibt dieser Nebenjob für Sie versicherungsfrei. Ihr Arbeitgeber trägt die Beiträge allein.
  • Kurzfristige Beschäftigung: Wenn vor Beginn der Beschäftigungsaufnahme schriftlich festgelegt ist, dass Sie Ihre Tätigkeit nicht länger als drei Monate (70 Arbeitstage) im Kalenderjahr ausüben, zahlen Sie aus der Beschäftigung keine Beiträge. Die Höhe Ihres Arbeitsentgeltes spielt in diesem Fall keine Rolle.
  • Beschäftigung als Werkstudent/in: Unter bestimmten Voraussetzungen bleiben Sie in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie nach dem Recht der Arbeitsförderung versicherungsfrei, auch wenn Sie mehr als geringfügig oder kurzfristig beschäftigt sind. Dies gilt, wenn Sie entweder nur in den Semesterferien (ohne Beschränkung der wöchentlichen Arbeitszeit) und/oder während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Das Studium muss in jedem Fall weiterhin im Vordergrund stehen. Diese Regelung gilt auch, wenn Sie Ihre Beschäftigung nach Aufnahme des Studiums beim selben Arbeitgeber auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden reduzieren. Ausnahme: Aufnahme eines beruflich weiterführenden (berufsintegrierten) Studiums, in dem zwischen dem Studium und der weiterführenden Beschäftigung ein prägender Zusammenhang besteht. Aus der Beschäftigung als Werkstudent/in ist ein Beitrag zur Rentenversicherung hälftig vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu zahlen. Achtung: Arbeiten Sie während der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden wöchentlich, dann sind Sie versicherungspflichtig! Auch hier bestehen Ausnahmen. Gern informieren wir Sie hierzu ausführlich in einem persönlichen Gespräch. Bitte beachten Sie, dass diese Beschäftigungsverhältnisse Auswirkungen auf Ihre Krankenversicherung der Studierende oder auf Ihre Familienversicherung haben können! Setzen Sie sich bei allen Veränderungen bitte immer mit Ihrem persönlichen Kundenberater in Verbindung. Er berät Sie jederzeit gern über den für Sie bestmöglichen Krankenversicherungsschutz.
  • Studium und Praktikum: Sollten Sie ein in einer Prüfungsordnung (nicht) vorgeschriebenes Praktikum ausüben, fragen Sie bitte Ihren persönlichen Ansprechpartner nach den Beitragspflichten.