Mit Geduld und Verständnis durch die Trotzphase

Trotzreaktionen bei Kindern sind normal, doch für Eltern kann es schwierig sein, damit umzugehen. Wie können Sie Ihrem Kind helfen, wenn es einen Wutanfall bekommt oder sich still in eine Ecke zurückzieht? Und wie gelingt es, nicht die Nerven zu verlieren, obwohl das Kind wild um sich schlägt? 

Die meisten Kinder zeigen im Alter von etwa zwei bis vier Jahren ausgeprägte Trotzreaktionen. Manchmal kann die »Trotzphase« auch bis zum sechsten Lebensjahr andauern. Es handelt sich um ein normales Verhalten, denn das Kind entwickelt zunehmend Selbstwahrnehmung und begreift sich mehr und mehr als eigenständige Persönlichkeit. Eine Trotzreaktion tritt in der Regel auf, wenn das Kind an Grenzen stößt und etwas nicht so gelingt oder eintritt, wie es sich das vorgestellt hat. Mit den Gefühlen, die durch Enttäuschungen und Misserfolge ausgelöst werden, können Kinder zunächst noch nicht umgehen. Deshalb kann es zu heftigen Trotzreaktionen kommen wie Weinen, Schreien, Stampfen oder auch Treten und Umsichschlagen. Aber auch »Schmollen« ist möglich: Das Kind zieht sich zurück und ist für eine Weile nicht mehr ansprechbar. Die Häufigkeit und Intensität der Ausbrüche nehmen meist schon nach wenigen Monaten wieder deutlich ab.  

Am besten unterstützen Sie Ihr Kind, indem Sie möglichst gelassen bleiben. Manchmal klappt es, die Aufmerksamkeit des Kindes auf etwas anderes zu lenken. Ist der Wutanfall aufgetreten, weil Sie Ihrem Kind etwas aus gutem Grund verwehrt oder verboten haben, sollten Sie jetzt nicht nachgeben. Ihr Kind würde sonst lernen, die Wutanfälle gezielt einzusetzen, um etwas zu erreichen. Solange Ihr Kind sich selbst und andere nicht gefährdet, warten Sie am besten ab, bis es sich von selbst wieder beruhigt. Sprechen Sie anschließend verständnisvoll mit ihm über den Gefühlsausbruch. 

Gänzlich verhindern lassen sich Trotzreaktionen nicht. Doch in einem gewissen Rahmen können Eltern dazu beitragen, dass sie seltener auftreten und weniger heftig ausfallen. Zu viele Verbote schränken Kinder ein. Sie brauchen Freiräume, in denen sie sich ausprobieren können und Neues entdecken dürfen. Ebenso benötigen sie dort, wo es sinnvoll ist, Regeln und Grenzen, auf die sie sich einstellen können. Damit Ihr Kind nachvollziehen kann, warum Sie etwas verbieten, sollten Sie ihm den Grund dafür kindgerecht erklären. Und: Wenn Sie Ihrem Kind etwas versprochen haben, sollten Sie sich auch daran halten oder zumindest anbieten, Ihr Versprechen zu einem späteren Zeitpunkt einzulösen.  

Wissenswertes im Internet

Wertvolle Tipps rund um die Themen Entwicklung, Erziehung und Gesundheit finden Sie im Internet zum Beispiel unter: www.kindergesundheit-info.de und www.seelisch-gesund-aufwachsen.de


Quelle:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.kindergesundheit-info.de)