Die Lunge – ein faszinierendes Organ

Über die Lunge gelangt der lebenswichtige Sauerstoff, den wir mit jedem Atemzug einatmen, in den Blutkreislauf. Erkrankungen wie Asthma bronchiale oder die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) können diesen lebensnotwendigen Vorgang behindern.

Aufbau und Funktion der Lunge 

Die Lunge ist eines der größten Organe des menschlichen Körpers. Mit ihren vielen Verästelungen und Verzweigungen ist sie wie ein umgedrehter Baum aufgebaut. Die im Rachen beginnende Luftröhre bildet den »Stamm«. Sie teilt sich im Brustkorb wie zwei Äste in die beiden Hauptbronchien. Die eine von ihnen führt in den linken, die andere in den rechten Lungenflügel. Dort verästeln sie sich in zahlreiche feiner werdende Zweige – die Bronchien und Bronchiolen – und enden in den Lungenbläschen. Mediziner nennen sie Alveolen. Sie sind von einem Netz feiner Blutgefäße umschlossen. In einer gesunden Lunge beträgt die Zahl dieser winzigen Bläschen rund 300 Millionen.

Gasaustausch über die Lungenbläschen 

Im Ruhezustand atmen Erwachsene etwa 14 bis 16 Mal in der Minute. Bei Anstrengung erhöhen sich Atemfrequenz und Atemtiefe, weil der Körper mehr Sauerstoff benötigt. Der Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft tritt über die Lungenbläschen in die Blutgefäße über. Über den Blutkreislauf werden die Körperzellen mit Sauerstoff versorgt. Die Lungenbläschen geben aber nicht nur Sauerstoff ab, sondern sie nehmen zugleich aus dem Blut Kohlendioxid auf, das den Körper beim Ausatmen als Abfallprodukt verlässt.

Schutz vor Fremdkörpern

Beim Einatmen können mit der Luft Fremdkörper wie Staub oder Krankheitserreger in die Lunge gelangen. Zur Selbstreinigung wird in den Bronchien Schleim produziert, an dem die Fremdkörper haften bleiben. Flimmerhärchen sorgen dafür, dass sie zusammen mit dem Schleim aus der Lunge befördert werden. Der Schleim wird entweder hinuntergeschluckt oder ausgehustet. Lungenerkrankungen können die Atmung behindern und somit auch die Sauerstoffaufnahme beeinträchtigen. Zu den häufigsten chronischen Lungenerkrankungen zählen Asthma bronchiale und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

Asthma bronchiale

Asthma ist weltweit eine der häufigsten Erkrankungen. In Deutschland sind ungefähr zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen betroffen. Es handelt sich um eine chronische Entzündung der Atemwege, bei der das Bronchialsystem überempfindlich auf Reize wie zum Beispiel Kälte, Staub, Pollen, Tierhaare oder Tabakrauch reagiert: Die Schleimhäute in den Atemwegen schwellen an, die Bronchien verengen sich und es kommt zu Luftnot. Eine pfeifende Atmung, Kurzatmigkeit, ein Engegefühl in der Brust oder Husten sind typisch für einen solchen Asthmaanfall. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind noch ungeklärt. Es gibt jedoch Hinweise auf erbliche Faktoren. Auch das körpereigene Immunsystem, der Lebensstil, Umwelteinflüsse und Infektionen können bei der Entstehung eine Rolle spielen. Asthma ist gut behandelbar. In der Regel ist es für Betroffene daher möglich, weitgehend beschwerdefrei zu leben.

COPD

Man geht davon aus, dass in Deutschland fünf bis zehn Prozent der über 40-Jährigen von einer COPD betroffen sind. Die Abkürzung COPD steht für »chronic obstructive pulmonary disease«, auf Deutsch »chronisch obstruktive Lungenerkrankung «. Bei dieser fortschreitenden Erkrankung sind die Atemwege dauerhaft geschädigt und verengt. Zu den Symptomen zählen Atembeschwerden und Atemnotanfälle, täglicher Husten, Auswurf und eine pfeifende Atmung. Anfangs macht sich eine COPD nur bei körperlicher Anstrengung bemerkbar. Später können die Symptome auch in Ruhe auftreten. Eine COPD kann sich infolge einer chronischen Bronchienentzündung (Bronchitis) entwickeln oder aber aufgrund einer Überblähung der Lungenbläschen (Lungenemphysem). Ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung einer COPD ist vor allem das Rauchen. Aber auch Menschen, die beispielsweise am Arbeitsplatz häufig bestimmten Staubarten oder schädlichen Gasen ausgesetzt sind, haben ein höheres Erkrankungsrisiko. Da der Körper bei einer vorangeschrittenen COPD immer schlechter mit Sauerstoff versorgt wird, werden andere Organe in Mitleidenschaft gezogen. Der Herzmuskel verändert sich, es kann zu  Wassereinlagerungen im Körper kommen und die Leistungsfähigkeit verringert sich. Eine Heilung der COPD ist bisher nicht möglich. Eine abgestimmte Therapie hat das Ziel, das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Die Lungengesundheit fördern

Mit dem Rauchen aufhören
Tabakrauch schädigt die Lunge und vermindert ihre Fähigkeit zur Selbstreinigung. Raucherentwöhnungsprogramme können dabei helfen, die Sucht zu besiegen. Entsprechende Kurse finden Sie unter www.abkka.de/praevention in unserer Kursdatenbank. Wir erstatten Ihnen die Kosten (für zwei Kurse pro Jahr jeweils bis zu 150 Euro).

Körperliche Betätigung
Bei Erkrankungen wie Asthma oder COPD kann eine angepasste sportliche Betätigung zu einer Verminderung der Beschwerden beitragen. Welche Art der Bewegung geeignet ist, sollten Betroffene mit ihrem Arzt besprechen.

Schutz vor Schadstoffen
Ob am Arbeitsplatz oder zu Hause: Beachten Sie Schutzmaßnahmen, wenn sich der Umgang mit Schadstoffen nicht vermeiden lässt. 


Quellen: Deutscher Lungentag; Gesundheitsinformation.deLungeninformationsdienst