Organspende: Entscheidung für das Leben

Im Januar hat der Bundestag über eine Neuregelung der Organspende abgestimmt. Es bleibt im Kern bei der jetzigen Rechtslage, mit wenigen Änderungen. Was bedeutet das und warum ist es so wichtig, sich mit dem Thema Organspende zu befassen und eine persönliche Entscheidung zu treffen?

Das Thema Organspende geht alle an

Rund 9.500 Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan. Viele von ihnen vergeblich, da es zu wenig gespendete Organe gibt. Jeder Mensch kann in eine Situation geraten, in der das eigene Leben von einer Organspende abhängt. Deshalb geht das Thema uns alle etwas an. Es fällt sicherlich nicht leicht, darüber nachzudenken, ob man nach dem Tod zu einer Organspende bereit wäre. Der eigene Tod ist ein Thema, das viele lieber verdrängen. Dennoch ist es wichtig, eine Entscheidung zu treffen und diese auch schriftlich zu dokumentieren – am besten auf einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung. Auf diese Weise werden auch Angehörige entlastet, die sonst nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden müssten. 

Gesetzesänderungen 

Im Januar stimmte der Bundestag über die Neuregelung der Organspende ab. Die Mehrheit votierte hierbei für die »erweiterte Zustimmungslösung«. Das bedeutet: Eine Organspende ist wie bisher nur möglich, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten eingewilligt beziehungsweise der oder die nächste Angehörige zugestimmt hat. Das neue Gesetz zielt darauf ab, die persönliche Entscheidung zu registrieren, bessere Aufklärung und verbindliche Informationen zu gewährleisten und eine regelmäßige Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende zu unterstützen. So soll beispielsweise ein Onlineregister eingeführt werden. Außerdem sieht das Gesetz unter anderem vor, dass die Bürgerämter über Organspenden informieren und Beratungen durch Hausärztinnen und Hausärzte durchgeführt werden können. 

Positive Einstellung zur Organspende 

Eine repräsentative Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Jahr 2018 ergab, dass 84 Prozent der Menschen in Deutschland eine positive Einstellung gegenüber einer Organspende haben. Mehr als die Hälfte der Befragten hat bereits eine persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organspende getroffen. Doch nur 39 Prozent haben ihre Entscheidung schriftlich auf einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung festgehalten. In einem solchen Dokument kann rechtsverbindlich festgelegt werden, ob einer Organspende nach dem Tod zugestimmt oder widersprochen wird. 

Lebendorganspenden

Nicht nur Verstorbene, sondern auch lebende Personen können bestimmte Organe freiwillig zur Verfügung stellen, wenn strenge Bedingungen erfüllt sind. Die Voraussetzungen sind strikt geregelt, um die Gesundheit der Spenderin oder des Spenders zu schützen und jede Form des Missbrauchs zu verhindern. Nieren und Teile der Leber sind in Deutschland die häufigsten Lebendorganspenden. Nur selten durchgeführt werden die ebenfalls gesetzlich erlaubten Lebendorganspenden für Teile der Lunge, des Dünndarms und der Bauchspeicheldrüse.

Organspende nach dem Tod

Auch für die Organspende nach dem Tod gelten strenge Voraussetzungen: Der Tod der Spenderin oder des Spenders muss zweifelsfrei festgestellt worden sein und es muss die Zustimmung zur Organspende vorliegen. Möglich ist die Organspende nur, wenn der seltene Fall eines Hirntodes eingetreten ist, also wenn die gesamten Hirnfunktionen unumkehrbar ausgefallen sind. Um sicherzustellen, dass wirklich ein Hirntod vorliegt, wird eine mehrstufige Hirntoddiagnostik eingeleitet, die mehrere Stunden bis Tage in Anspruch nehmen kann. Mindestens zwei besonders qualifizierte Fachärztinnen oder Fachärzte müssen die Diagnose unabhängig voneinander bestätigen. 

Wer bekommt die Spenderorgane?

Patientinnen und Patienten, die ein Spenderorgan benötigen, werden in eine Warteliste aufgenommen. Dabei spielt die Erfolgsaussicht einer Transplantation eine Rolle, aber auch die Dringlichkeit. Die Vermittlung der einzelnen Spenderorgane erfolgt unter anderem nach der Übereinstimmung der Gewebemerkmale. 

Der Organspendeausweis

Wenn Sie Ihre persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organspende getroffen haben, können Sie Ihre Entscheidung auf einem Organspendeausweis dokumentieren. Sie können dafür unsere Vorlage zum Herunterladen und selbst ausdrucken verwenden. Als rechtlich gültiges Dokument gewährleistet der Organspendeausweis, dass Ihr Wille nach Ihrem Tod umgesetzt wird. Deshalb sollten Sie den Organspendeausweis immer bei sich tragen, zum Beispiel in der Brieftasche. 

Sie möchten sich genauer informieren?
Detaillierte Informationen zur Organspende erhalten Sie auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation.


Quellen:
Bundesgesundheitsministerium 
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 
Deutsche Stiftung Organtransplantation

Organspenden retten Leben!

Laden Sie sich hier Hinweise und einen Organspendeausweis zum selber Ausdrucken herunter: