Änderungen für Studierende und Betriebsrentner

Seit dem 1. Januar 2020 spielt die Anzahl der vollendeten Fachsemester keine Rolle mehr für die studentische Krankenversicherung. Auch für Versicherungspflichtige, die eine Betriebsrente beziehen, hat sich etwas geändert: Für sie gilt nun ein Freibetrag von 159,25 Euro.

Kranken- und Pflegeversicherung der Studenten

Studierende sind grundsätzlich versicherungspflichtig. Bis zum 25. Lebensjahr sind sie unter bestimmten Voraussetzungen über ihre Eltern kostenlos familienversichert. Danach konnten Studierende nur bis zur Vollendung des 14. Fachsemesters in der Kranken- und Pflegeversicherung der Studenten (KVdS) versichert werden. Diese Regelung wurde mit dem Jahreswechsel abgeschafft. Nun ist eine Versicherung in der KVdS unabhängig von der Anzahl der absolvierten Fachsemester möglich. 

Weiterhin gilt jedoch, dass sich Studierende bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres in der studentischen Krankenversicherung versichern können. In Einzelfällen ist eine Verlängerung möglich, wenn ein Studienabschluss zum Beispiel aufgrund einer längeren Krankheit oder der Geburt eines Kindes nicht vorher erreicht werden konnte.

Entfallen ist seit dem 1. Januar 2020 ebenfalls die Regelung, nach der Studierende sich im Anschluss an die KVdS ein halbes Jahr lang als sogenannte »Examenskandidaten« freiwillig zu einem günstigeren Beitrag versichern lassen konnten. 

Entlastungen für Betriebsrentner

Zum Jahreswechsel hat der Gesetzgeber zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge einen Freibetrag für Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge in der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt. Dieser beträgt im Jahr 2020 monatlich 159,25 Euro. Das bedeutet: Erst auf Betriebsrentenbeträge ab 159,25 Euro wird der monatliche Beitrag zur Krankenversicherung berechnet. Dadurch verringert sich der Beitrag. Auch betriebliche Versorgungsbezüge aus dem Ausland sowie betriebliche Kapitalleistungen beziehungsweise -abfindungen werden berücksichtigt. Der Freibetrag gilt für gesetzlich Pflichtversicherte, nicht jedoch für freiwillig Versicherte. 

Bitte beachten Sie: Für die Umsetzung der Gesetzesänderung sind in den Zahlstellen und bei allen Krankenkassen umfangreiche Softwareanpassungen erforderlich. Diese werden leider noch einige Zeit in Anspruch nehmen, voraussichtlich bis Anfang 2021. Sollte die Gesetzesänderung auf Sie zutreffen, erfolgen die Anpassungen im Anschluss an die Softwareanpassungen automatisch – rückwirkend ab dem 1. Januar 2020. Sie brauchen sich um nichts zu kümmern. Vielen Dank für Ihre Geduld!