Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute

Zeit ist der entscheidende Faktor bei einem Schlaganfall. Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss. Aus diesem Grund ist es wichtig, die typischen Symptome zu kennen. 

Dritthäufigste Todesursache 

Die gute Nachricht zuerst: Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft sinkt in Deutschland die Sterblichkeit von Schlaganfallpatienten aufgrund der immer besseren medizinischen Versorgung. Doch die Anzahl der Betroffenen ist weiterhin hoch: Pro Jahr erleiden 260.000 Menschen einen Schlaganfall. Und viele der Überlebenden tragen bleibende Beeinträchtigungen davon. Laut der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. 

Was ist ein Schlaganfall?

Einen Schlaganfall erleiden überwiegend ältere Menschen. Er kann aber auch schon in jungen Jahren auftreten, sogar bei Kindern und bei Ungeborenen im Mutterleib. Es handelt sich um eine plötzlich (»schlagartig«) auftretende Funktionsstörung des Gehirns. Die Ursache ist in den meisten Fällen ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß verschließt und so zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn führt. Seltener wird ein Schlaganfall durch eine Blutung im Gehirn ausgelöst. Die Folge ist in beiden Fällen, dass die betreffenden Nervenzellen im Gehirn zu wenig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Je länger dieser Zustand andauert, umso mehr Gehirnzellen können unwiederbringlich absterben. 

»Zeit ist Gehirn« 

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute: Eine schnellstmögliche Behandlung kann für den Betroffenen lebensrettend sein. Sie sorgt dafür, dass die Versorgung der Zellen wieder hergestellt wird und so körperliche und geistige Folgeschäden – verbunden mit bleibenden Beeinträchtigungen – möglichst gering gehalten werden. 

Welche Symptome treten auf?

Ein Schlaganfall kann sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Die häufigsten Symptome sind Sehstörungen, Sprach- und Verständnisstörungen, halbseitige Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel und Gangunsicherheit sowie starke Kopfschmerzen. Auch eine Gesichtslähmung mit herabhängendem Mundwinkel und einseitig geschlossenem Augenlid ist ein deutliches Anzeichen für einen Schlaganfall. Die Symptome können kombiniert, aber auch einzeln auftreten. Warten Sie in einem solchen Fall nicht ab. Wählen Sie bei Verdacht auf einen Schlaganfall sofort die 112!

Einen Schlaganfall erkennen

Es gibt ein paar einfache Hilfestellungen, wie Sie einen Schlaganfall erkennen können. Die Abbildung zeigt Ihnen, auf welche Anzeichen Sie achten sollten.

Erste Hilfe 

  • Ist die betroffene Person bei Bewusstsein: Lagern Sie die Person bequem und mit erhöhtem Oberkörper. NICHT hinlegen! Keine Getränke und keine Medikamente reichen. 
  • Aufregung und Unruhe vermeiden.
  • Hat die Person das Bewusstsein verloren, stellen Sie eine stabile Seitenlage her und kontrollieren Sie Puls und Atmung.
  • Polstern Sie die gelähmten Körperteile.
  • Lüften Sie den Raum für ausreichend Sauerstoff. 
  • Beruhigen und trösten Sie die betroffene Person und bleiben Sie bei ihr, bis der Notdienst eingetroffen ist. 

Risikofaktoren

Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko für einen Schlaganfall zu. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Diese Faktoren lassen sich nicht beeinflussen, andere Faktoren aber schon. Bestimmte Vorerkrankungen und gesundheitliche Auffälligkeiten – wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen oder erhöhte Blutfettwerte – steigern zwar das Schlaganfallrisiko, es lässt sich aber durch eine entsprechende medikamentöse Behandlung und Lebensführung verringern. Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren.

Wie kann man vorbeugen? 

Sie können Ihr persönliches Schlaganfallrisiko senken, indem Sie auf einen gesunden Lebensstil achten. Die besten Voraussetzungen für Ihre Gesundheit schaffen Sie, indem Sie auf das Rauchen verzichten, Alkohol allenfalls in Maßen genießen, für regelmäßige sportliche Aktivität sorgen und auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung achten. Außerdem sollten Sie sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen, damit gesundheitliche Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden können. 

Gesundheitsuntersuchung (Check-up)

Nutzen Sie auch ohne erkennbare gesundheitliche Beschwerden die regelmäßige Gesundheitsuntersuchung ab 35 Jahren! Die Kosten für diese Untersuchung tragen wir. Sie können die Gesundheitsuntersuchung alle drei Jahre durchführen lassen. Im Alter zwischen 18 und 34 Jahren haben Sie einmalig Anspruch auf den Check-up. Bei der Untersuchung geht es darum, Ihre gesundheitlichen Risiken zu erfassen, auszuwerten und – sofern erforderlich – mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern. Deshalb folgt im Anschluss an die eingehende körperliche Untersuchung eine umfassende Beratung. 


Quellen: 
Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft 
Kassenärztliche Bundesvereinigung 
Gesundheitsinformation.de 
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Deutsches Rotes Kreuz